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Die neue Dual Drive hat mit der alten 3x7-Schaltung nur noch das Kombinationsprinzip gemeinsam
SRAM Dual Drive-Fahrradschaltung mit 24 oder 27 Gängen
Die Firma Sram hat die 3X7-Schaltung, eine Kombination aus Ketten- und Nabenschaltung, grundlegend überarbeitet und aufgewertet. Für die Gangwechsel braucht der Radfahrer nur noch eine Hand.
Bei Kettenschaltungen kann ein Radfahrer schon mal die Übersicht verlieren. Immerhin sind zwei Schalter zu bedienen, einer für die Kettenblätter vorne und einer für das Schaltwerk am Ritzelpaket hinten, um die geeignete Übersetzung zu finden. Dabei muss außerdem ein extremer Schräglauf der Kette - kleinstes Ritzel hinten und großes Kettenblatt vorne - vermieden werden, um den Verschleiß in Grenzen zu halten. Shimano versucht bei seinen Nexave-Kettenschaltungen durch einfache Drucktasten und klare Anzeigen die Bedienung übersichtlicher zu gestalten. Einhandbedienung und Kombination von Naben- und Kettenschaltung heißt dagegen die Lösung, die Sram mit Dual Drive anbietet.
 Die Kombination von Naben- und Kettenschaltung gibt es unter dem Namen 3x7 schon seit einigen Jahren. Dabei wird das Dreifach-Kettenblatt durch eine Torpedo-Dreigangnabe ersetzt, wodurch ein extremer Schräglauf der Kette vermieden und die Montage eines Kettenschutzes vereinfacht werden Das Schalten im Stand etwa beim Warten an einer Ampel ist ein weiterer Vorteil. Ungereimtheiten gibt es aber beim Schalten während der Fahrt: Beim Betätigen des Kettenachaltwerks für die sieben Ritzel musste der Fahrer in die Pedale treten, beim Schalten der Drei-Gang-Nabe aber nicht. Außerdem ist das Kettenschaltwerk nicht mehr auf dem Stand der Technik.
Alles in einer Hand: Drehgriff und Daumenschalter von Dual Drive. (Werkbild)
Die neue Dual Drive hat mit der alten 3x7-Schaltung nur noch das Kombinationsprinzip gemeinsam. Statt 3x7 gibt es jetzt 3x8 Gänge (Dual Drive 24) beziehungsweise 3x9 Gänge (Dual Drive 27). Bei der Nabenschaltung wurde die Ansteuerung der Gänge und die Vierfach Lagerung komplett neu entwickelt. So lässt sich nun wie bei einer reinen Kettenschaltung unter Volllast in die schnelleren und unter Teillast in die leichteren Gänge wechseln. Und das alles mit nur einer Hand. Mit einem Drehgriffschalter wird das Kettenschaltwerk bedient, über den Daumenhebel wird
zwischen Berg-, Standard- und Schnellgangbereich der Nabenschaltung gewählt.
Bei ersten Fahrversuchen konnte Dual Drive überzeugen. Die Nabe läuft seidenweich. Das Schaltwerk funktioniert um Klassen besser und steht der großen Konkurrenz aus dem Hause Shimano kaum mehr nach. Allerdings ist der Daumenschalthebel für kleinere Hände etwas schwierig zu schalten und die Anzeige des eingelegten Fahrbereichs nicht eindeutig zu erkennen. Beides soll jedoch innerhalb der laufenden Serienproduktion überarbeitet werden.
Der Übersetzungsbereich beträgt stolze 576 Prozent und bietet für alle Gelegenheiten passende Gänge. Angeboten werden auch Versionen für die Kombination mit Scheibenbremsen oder Srams neuer Trommelbremse i-Brake. Wegen ihres großen Übersetzungsbereiches eignet sich die Dual Drive besonders auch für Falt- und Liegeräder mit kleinen Laufrädern. Diese müssten sonst mit extra großen Kettenblättern ausgestattet sein, um ausreichend große Übersetzungen zu erzielen.
Die Dual Drive-Schaltung ist auch nachrüstbar, die 24-Gang-Version kostet komplett mit Ritzeln und Schaltgriff 350 Euro, für die 27-Gang-Version werden 416 Euro verlangt.
Peter Barzel, Frankfurter Rundschau vom 6.3.2002
Informations-Seite des Herstellers (engl.): www.sram.com
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