Das Frog von Riese & Müller ist das kleinste Faltrad am Markt, das den Namen Fahrrad verdient
Frog – eine Miniaturausgabe des Birdy
Moderner Verkehr ist integrierter Verkehr, sagen die Fachleute, und sehen in der intelligenten Kombination verschiedener Verkehrsträger die Chance, die weiter wachsende Mobilität auf engem Raum zu bewältigen. Voraussetzung dafür sind aber geeignete Schnittstellen zwischen Flugzeug, Auto, Bahn, Bus und Fahrrad, die einen bequemen Umstieg gewährleisten. Solange es dabei aber zum Beispiel an sicheren Abstellanlagen für Fahrräder mangelt, haben Falträder Hochkonjunktur. Damit man sie überall hin mitnehmen kann, sollen sie vor allem klein zu falten sein, denn Platz ist immer zu wenig, sei es in Zug, Auto, Flugzeug oder auf dem Boot.
Ein kleines Faltmaß erfordert kleine Laufräder. Das Brompton mit seinen 16-Zoll-Rädern setzt hier seit mehr als einem Jahrzehnt den Maßstab. Kompakter ist kein Rad zu falten. Das Birdy von Riese & Müller, die sportliche und voll gefederte Alternative zum Brompton, rollt auf 18-Zoll-Rädern und braucht zusammengelegt mehr Platz. Das war manchem Fan, der Wert auf die gute Birdy-Federung legt, zu viel.
Deshalb bringt Riese & Müller mit dem Frog eine Miniaturausgabe des Birdy. Vorder- und Hinterradschwinge, Faltvorgang, Lenker und Sattelstütze sind bei beiden Modellen identisch. Kleiner sind beim Frog die Räder, nur noch 12 Zoll groß wie beim klassischen Kinderroller, und der Rahmen, der weiterhin ohne Faltscharnier auskommt. Damit lässt sich das Frog auf ein Paket von 63 x 48 x 29 Zentimeter reduzieren und erreicht fast die Packmaße des Brompton (56 x 55 x 25), wiegt mit 10,5 Kilogramm aber ein Kilogramm weniger.
Mit den kleinen Rädern und dem kurzen Rahmen - der Radstand beträgt nur noch 890 statt 1010 Millimeter beim Birdy (Brompton 1015 mm) - kann man nicht die gleiche Laufruhe erwarten wie bei den größeren Falträdern. Umso mehr überrascht das gute und stabile Fahrverhalten. Bereits nach kurzer Zeit hat man sich an das agile Lenkverhalten gewöhnt.
Wer will, ist dank der Dreigang-Nabe von Sram (Rücktrittbremse als Option) mit dem "Frosch" flink wie ein Wiesel, ohne dabei gleich aus der Puste zu kommen. Schwalbes Reifen City Jet in 12-Zoll-Größe laufen leicht und pannensicher. Bordsteine hüpft das Frog dank Federung ohne Probleme rauf und runter.
Neu und pfiffig ist die integrierte Batteriebeleuchtung: Vorn sind Leuchtdioden in den Lenker eingelassen, hinten ist ein Rücklicht fest am Sattel montiert. Vorteil: Die Beleuchtung ist immer dabei und vor Diebstahl geschützt. Nachteil: Die Leuchten entsprechen nicht den Zulassungsvorschriften (nach StVZO).
Fazit: Das Frog zum Preis von 1111 Euro ist ein echtes "Immer-dabei-Rad", das viel Fahrspaß bietet.
Peter Barzel, Frankfurter Rundschau vom 5.2.2003
Homepage des Herstellers: www.r-m.de
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