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Ballonreifen fürs Fahrrad bringen spürbaren Komfortgewinn
Auf dicken Schluppen weich übers Pflaster
Lange Zeit waren breite Fahrradreifen als Bremser verpönt, bis auch sie höhere Luftdrücke vertrugen und damit leichter liefen. Aber auch das hat einen Nachteil: Auf Grund des hohen Luftdrucks werden die Radler auf den holprigen Wegen durch Feld und Wald kräftig durchgeschüttelt. Eine Federung schafft Abhilfe, aber nur, wenn sie gut abgestimmt und qualitativ hochwertig ausgeführt ist. Und das kostet Geld.
Eine preiswerte Alternative sind die Big Apple, die neuen Ballonreifen von Schwalbe. Sie sind 50 oder 60 Millimeter breit und es gibt sie in den Größen 26- und 28-Zoll. Zum Vergleich: Ein normaler 28-Zoll-Trekkingreifen ist nur 37 Millimeter breit. Dank moderner Fertigungsverfahren wiegt der Big Apple weniger und rollt leichter als die früheren Ballonreifen, mit denen man schon Anfang des vergangenen Jahrhunderts schlechte Straßenverhältnisse ausgleichen wollte.
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Die Idee des Big Apple-Konzepts - großes Volumen bei geringem Luftdruck funktioniert, wie eine Untersuchung an der Sporthochschule Köln gezeigt hat, denn der dicke Schluppen federt erstaunlich gut. Gegenüber einem normalen Reifen reduziert er die Stöße an der Lendenwirbelsäule des Radfahrers um 25 Prozent, die zum Vergleich getestete, relativ preiswerte Standardfederung schafft mit 33 Prozent auch nicht viel mehr.
Ganz schön dick: Der Ballonreifen fürs Fahrrad erlebt eine Renaissance. |
Allerdings haben beide Systeme ihre Stärken und Schwächen. Während der Big Apple vor allem kleinere und schnell aufeinander folgende Unebenheiten sehr gut ausbügelt, bringt bei groben Stößen durch Bordsteinkanten oder Baumwurzeln die Rahmenfederung mehr Komfort. Das bestätigte auch ein Zusatztest, bei dem der Big Apple in einem voll gefederten Rad gefahren wurde. Und das haben wir auch bei unseren ersten Ausfahrten mit dem Big Apple auf einem Utopia Roadster erfahren. Der „Dicke" lässt sich nicht ganz so agil lenken wie ein normal breiter Reifen. Und er braucht einen eigens konstruierten Rahmen mit mehr Platz in Gabel und Hinterbau. Auch Tretlagerhöhe und Lenkgeometrie müssen angepasst werden. Damit sind dann auch optisch sehr ansprechende Fahrräder möglich, die eine gute Alternative zum preiswerten City- oder Trekking-Rad bieten.
Gegen ein ausgefeiltes Federungssystem kann und will der dicke Schluppen aber nicht antreten. Dafür hat der Big Apple aber noch weitere Vorteile: geringere Pannenanfälligkeit - spitzen Gegenständen weicht er nach innen aus -, der Luftdruck muss seltener kontrolliert werden und Straßenbahnschienen sind ungefährlich. Bei vollem Luftdruck von vier oder fünf bar federt er zwar weniger, läuft aber leichter als jeder andere Reifen und eignet sich besonders für Tandems sowie Transport-Fahrräder mit schweren Lasten.
Peter Barzel, Frankfurter Rundschau vom 21.5.2003
Informations-Seite des Herstellers: www.schwalbe.de
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