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Die Städte leiden europaweit unter dem Autoverkehr. So wurde die Idee eines europäischen Aktionstages „In die Stadt – ohne mein Auto“ geboren, an dem sich am 22.September 2000 über 300 Kommunen in 15 Ländern beteiligten, 60 davon aus Deutschland. Da das „offizielle“ Ratingen abgetaucht war wie meist, wenn phantasiefordernde Projekte „drohen“, hatten in unserer Stadt unterschiedliche Organisationen das Heft in die Hand genommen: Klima-Bündnis und BUND, Grüne und Jusos und nicht zuletzt der ADFC.
Bei herrlichem Spätsommerwetter stand auf dem Marktplatz die Information über umweltfreundliche Mobilität im Mittelpunkt. Denn vor Ort siegt meist die Bequemlichkeit: Inzwischen ist die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Wege kürzer als drei Kilometer. Dabei leiden Klima und Umwelt spürbar. Über die Hälfte der Schadstoffemissionen von Stickoxiden und Kohlenmonoxid stammen aus dem Straßenverkehr.
Doch ebenso wichtig wie Information war die Geselligkeit. Bei Speis’ und Trank wurde parliert und diskuiert, und wer wollte, konnte sich auf neue Bewegungserfahrungen einlassen. 2-Rad Henning hatte die Bandbreite seines Angebots zum Ausprobieren (!) aufgestellt. Und so saß mancher zum erstem Mal auf einem vollgefederten Tourenrad, zog einen Kinderanhänger hinterher oder schwang mit einem „richtigen“ Roller (Reifengröße bis 24 Zoll) über das Pflaster des Marktes. Und die Kleinen erprobten die Mobilitätsmöglichkeiten, die das Spielmobil „Felix“ bietet, z. B. die Tandem-Skier.
Die Gespräche kamen immer wieder auf das Mobilitätsproblem zurück, das auch ein Energieproblem ist: Der Verbrauch des Verkehrssektors nimmt jedes Jahr um knapp vier Prozent zu, was einer Verdoppelung alle 20 Jahre entspricht. Kurze Entfernungen können jedoch bequem zu Fuß, mit Skates oder Roller, per Rad oder eben mit Bus und Bahn bewältigt werden. Die offizielle EU- Statistik bestätigt das Bedürfnis der Menschen nach mehr innerstädtischer Lebensqualität. Laut Eurobarometer rangiert bei vielen Bürgern Europas die Luftverschmutzung an erster Stelle der Umweltprobleme, wobei wiederum der Straßenverkehr als größte Beeinträchtigung gesehen wird. Rund ein Viertel der europäischen Bevölkerung fühlt sich durch Straßenverkehrslärm gestört.
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