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  Rad-Magazin 2001  

Rad-Magazin 2001

Aus dem Inhalt

  Abschied kam überraschend

Edith Feltgen nach 11 Jahren nicht mehr ADFC–Vorsitzende

  Hochrad oder Tandem-Ski?

Ratinger Initiativen managen europäischen Aktionstag

  Zum Geburtstag ein Picknick
am Meer

Reisebericht von der AFDC-Tour nach Dänemark und Süd-Schweden 2000

Foto: Sommer 2000 - Trocknen und aufwärmen in einem Kuhstall


Edith Feltgen nach 11 Jahren nicht mehr ADFC–Vorsitzende

Abschied kam überraschend

Von Joachim Gremm

Das Abstimmungsergebnis kam für manchen überraschend, aber es war deutlich: Nach elf Jahren als Vorsitzende des ADFC Ratingen konnte Edith Feltgen bei der anstehenden Neuwahl nicht die Stimmenmehrheit gewinnen, sondern unterlag gegen Gerhard Filgers.

Damit scheidet eine Frau aus der aktiven Vereinsarbeit aus, die das Bild des ADFC in Ratingen entscheidend prägte, seit sie 1990, ein Jahr nach der Gründung der Ortsgruppe, den Vorsitz übernommen hatte. Ihr Ziel: Die Anerkennung des Fahrrads als gleichberechtigtes Verkehrsmittel im Alltag. Dafür trat sie mit Elan und Beharrlichkeit ein, und auch auf Kreis- und Bundesebene war sie aktiv – kurzzeitig gehörte sie sogar dem Bundesvorstand des ADFC an.

Ihre Unnachgiebigkeit, wenn es darum ging, „dicke Bretter zu bohren“, verschafften ihr freilich nicht überall Freunde. Ungebrochen ist ihr Engagement für die Umwelt. So steht sie zum Beispiel im Ratinger Klima-Bündnis in der ersten Reihe und auch beim BUND ist sie als Aktivistin geschätzt.

Unvergessen die Apfelbaum-Pflanzaktion zu ihrem 70. Geburtstag. Auf einer Streuobstwiese bei Homberg setzten Freunde und Bekannte möglichst viele Hochstammsorten in die Erde. Auch der ADFC Ratingen schenkte ein Bäumchen. Es ist inzwischen wie alle anderen prächtig gediehen.

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Ratinger Initiativen managen europäischen Aktionstag

Hochrad oder Tandem-Ski?

Die Städte leiden europaweit unter dem Autoverkehr. So wurde die Idee eines europäischen Aktionstages „In die Stadt – ohne mein Auto“ geboren, an dem sich am 22.September 2000 über 300 Kommunen in 15 Ländern beteiligten, 60 davon aus Deutschland. Da das „offizielle“ Ratingen abgetaucht war wie meist, wenn phantasiefordernde Projekte „drohen“, hatten in unserer Stadt unterschiedliche Organisationen das Heft in die Hand genommen: Klima-Bündnis und BUND, Grüne und Jusos und nicht zuletzt der ADFC.

Bei herrlichem Spätsommerwetter stand auf dem Marktplatz die Information über umweltfreundliche Mobilität im Mittelpunkt. Denn vor Ort siegt meist die Bequemlichkeit: Inzwischen ist die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Wege kürzer als drei Kilometer. Dabei leiden Klima und Umwelt spürbar. Über die Hälfte der Schadstoffemissionen von Stickoxiden und Kohlenmonoxid stammen aus dem Straßenverkehr.

Doch ebenso wichtig wie Information war die Geselligkeit. Bei Speis’ und Trank wurde parliert und diskuiert, und wer wollte, konnte sich auf neue Bewegungserfahrungen einlassen. 2-Rad Henning hatte die Bandbreite seines Angebots zum Ausprobieren (!) aufgestellt. Und so saß mancher zum erstem Mal auf einem vollgefederten Tourenrad, zog einen Kinderanhänger hinterher oder schwang mit einem „richtigen“ Roller (Reifengröße bis 24 Zoll) über das Pflaster des Marktes. Und die Kleinen erprobten die Mobilitätsmöglichkeiten, die das Spielmobil „Felix“ bietet, z. B. die Tandem-Skier.

Die Gespräche kamen immer wieder auf das Mobilitätsproblem zurück, das auch ein Energieproblem ist: Der Verbrauch des Verkehrssektors nimmt jedes Jahr um knapp vier Prozent zu, was einer Verdoppelung alle 20 Jahre entspricht. Kurze Entfernungen können jedoch bequem zu Fuß, mit Skates oder Roller, per Rad oder eben mit Bus und Bahn bewältigt werden. Die offizielle EU- Statistik bestätigt das Bedürfnis der Menschen nach mehr innerstädtischer Lebensqualität. Laut Eurobarometer rangiert bei vielen Bürgern Europas die Luftverschmutzung an erster Stelle der Umweltprobleme, wobei wiederum der Straßenverkehr als größte Beeinträchtigung gesehen wird. Rund ein Viertel der europäischen Bevölkerung fühlt sich durch Straßenverkehrslärm gestört.

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