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Aus dem Inhalt

  Schlimmer geht's nimmer

18 Meter Radweg geklaut

  Reinhold Messner kocht mit Solarkocher Tibet–Eintopf

Überzeugt vom Ratinger ADFCler Udo Fredmüller

  Da waren's plötzlich vierzig

Eine Sonntag-Nachmittags-Radtour ins Angerland

Foto: Auf dem Weser-Radweg bei Minden


18 Meter Radweg geklaut

Schlimmer geht's nimmer

Zwar tut sich in Ratingen wenig in den letzten Jahren, wenn es um Verbesserungen im Verkehr für radelnde und zu Fuß gehende Menschen geht. Aber wehe, wenn doch! Eine wohl kaum zu überbietende "Verschlimmbesserungs-Maßnahme" leistete sich die Stadt in der Düsseldorfer Straße, da wo die Sandstraße einmündet. An diesem unfallträchtigen Problemknoten (einseitiger Radweg mit viel Radverkehr, Rechtsabbieger aus der Seitenstraße, die nur nach links schauen) war jahrelang herumprobiert worden. Während der Sommerferien setzte die Stadtverwaltung jedoch zum großen Schnitt an: Knapp 20 Meter Radweg wurden einfach gekappt und mit Drängelgittern abgesperrt.

Kniefall vor der Verkehrshierarchie

Ein Leserbrief von Edith Feltgen, der Vorsitzenden des ADFC Ratingen

Ich stehe an der Einmündung der Sandstraße in der Düsseldorfer Straße und weigere mich immer noch, meinen Augen zu trauen. Ich sehe den breiten Zweirichtungs- Radweg, der die ganze Düsseldorfer Straße begleitet, an beiden Ecken der Sandstraße unterbrochen durch Gitter, die weit in die Sandstraße hineinreichen. Auf der einen Seite verbleibt zwischen den Eingangsstufen zur Trinkhalle und dem Gitter ein „Spiel“raum von ca. 1,5 m für Fußgänger und Radfahrer.

Alle Warnhinweise für Kraftfahrer sind beseitigt worden; eine Querungshilfe f ü r Fußgänger und Radfahrer ist nicht vorhanden. Ich sehe, wie eine Frau - nach sicherndem Umschauen - sich anschickt, die Sandstraße zu überqueren - und zurückschreckt, weil im gleichen Augenblick ein Rechtsabbieger aus der Düsseldorfer Straße mit ungezügelter Geschwindigkeit in die Sandstraße einbiegt und die Fußgängerin um ein Haar erfasst hätte.

Dies ist offenbar der Schwanengesang einer Stadt, die sich vor gar nicht allzu langen Jahren vorgenommen hatte, in die Gemeinschaft der fahrradfreundlichen Städte unseres Landes aufgenommen zu werden. Dies ist ein Kniefall vor der Klassengesellschaft im Straßenverkehr, in der die Schwächeren dorthin verwiesen werden, wohin sie gehören sollen: in die Defensive! Ist die Überwindung dieser Klassenhierarchie, die einmal zu den Zielen der Ratinger Verkehrspolitik gehört hat, gänzlich aus dem Blickfeld entschwunden?

Ich erkenne an, dass die Stadtverwaltung bislang einiges versucht hat, um der Unfallhäufigkeit an dieser Straßen-Einmündung entgegenzuwirken. Ich erkenne an, dass es schwer ist, der eingefleischten Verhaltensautomatik, d.h. beim Abbiegen ausschließlich nach links zuschauen, mit herkömmlichen Mitteln beizukommen. Die Sperrung des Radweges als Problemlösung ist dennoch nicht zu akzeptieren.

Sie wird vollends unverständlich im Lichte der Selbstverpflichtung unserer Stadt auf die Ziele der Agenda 21 von Rio: Zukunftsfähigkeit verpflichtet auch im Straßenverkehr zur Sozialverträglichkeit und damit zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs.

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