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Wer an den ADFC Ratingen denkt, dem fallen als erstes die vielen Touren nah und fern ein. Neben der Radtouristik hat der ADFC jedoch zwei weitere Aktionsfelder: Die Verkehrspolitik im Sinne der nichtmotorisierten Menschen und Rat und Tat in Sachen Fahrradtechnik. Der Rückblick über 10 Jahre ADFC–Aktivitäten in Ratingen legt dar, dass wir auch in diesen Bereichen nicht geschlafen haben. Viele Verbesserungen für den Radverkehr in Ratingen waren nur durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und „Bretterbohren“ bei der Verwaltung und den Politikern zu realisieren.
1989
Erste Tour im Regen. „Für Radler gibt‘s kein schlechtes Wetter!“ Unter dieser Überschrift berichtet die Presse Anfang Juni 1989 über unsere erste Tour, auf der die acht Beteiligten auf ihr Regenzeug zurückgreifen mußten. Die Ortsgruppe war einen Monat zuvor, am 8. Mai, gegründet worden. Immerhin werden in jenem Sommer acht Touren unternommen. mehr...
Mit bunten Luftballons gegen Radweg-Parker. Der ohnehin viel zu schmale einseitige Radweg in der oberen Düsseldorfer Straße war ein Ärgernis, denn tagsüber fand man ihn von Autos zugeparkt. Mit einer publikumswirksamen Ballonaktion stellt der ADFC im August 1989 Rad– und Gehwegparker an den Pranger. Noch im gleichen Jahr lässt die Stadtverwaltung den Radweg mit Pollern sichern. mehr...
1990
Fahrradfreizeitkarte Ratingen. Ende 1990 erscheint nach langer Vorarbeit die Fahrrad–Freizeit–Karte Ratingen. Über Wochen waren ADFC–Aktive unterwegs, um in Zusammenarbeit mit dem Planungsamt die Routen zu überprüfen. Die Stadt gibt die Karte an Interessenten kostenlos ab!
Mitliederzuwachs. Die Ortsgruppe ist 1990 auf über 50 Mitglieder angewachsen. Im folgenden Jahr kann der ADFC Ratingen sogar sein 100. Mitglied begrüßen.
1991
Fußgängerzone freigegeben. Es ist eine harte Geburt, doch am Ende beschließt der Verkehrsausschuß mit hauchdünner Mehrheit, Teile der Fußgängerzone für Radfahrer freizugeben. Zunächst ein Jahr auf Probe. Damit ist eine alte Forderung des ADFC durchgesetzt – auf Dauer. Was damals für viel Aufregung sorgte, finden heute fast alle selbstverständlich.
Ratingen „fahrradfreundlich“. Nicht zuletzt aufgrund solcher für den Radverkehr vorbildlichen Verkehrsplanung wird Ratingen in das Landesprogramm „Fahrradfreundliche Städte in NRW“ aufgenommen. Das bringt nicht nur Renommee, sondern auch zusätzliche Fördermittel.
1992
Fahrradtage mit Show. Mit Show und viel Information veranstaltet die Stadt Ratingen im April ihre „Fahrradtage”. Eine Woche lang läuft ein vielfältiges Programm „rund ums Rad“ , an dem sich auch der ADFC kräftig beteiligt. Gleichzeitig schafft die Stadtverwaltung sechs Dienstfahrräder an.
Fahrradstraße eingerichtet. In Ratingen wird – gegen viele Widerstände – die erste „Fahrradstraße“ eingerichtet (Kirchgasse). Bis heute ist sie leider die einzige geblieben. mehr...
Note 4 für Ratingen. Der ADFC veranstaltet einen bundesweiten „Fahrrad–Klima–Test“ . 111 Städte unter 100.000 Einwohner sind in der Wertung. Ratingen behauptet sich als 56. im Mittelfeld – allerdings mit der Note 4 minus.
1993
„GegenVerkehr“ im Rathaus. ADFC, BUND und Jusos veranstalten im Januar gemeinsam im Foyer des Rathauses die Ausstellung „GegenVerkehr“ . Gegen eine Verkehrspolitik, die einseitig aufs Auto setzt, präsentiert die Ausstellung das Rad als Alternative im innerstädtischen Verkehr.
Stadt erhält Quittung. Alle Städte in NRW, die sich um die Förderung des Fahrradverkehrs bemühen, drängen ins Landesprogramm „Fahrradfreundliche Städte“. Auch Ratingen war mit Stolz und Gewinn dabei – bis zum Herbst 1993. Dann erfolgt der Rauswurf, eine nicht unverdiente Quittung.
Fahrradwerkstatt für Frauen. Erstmalig findet in der Volkshochschule ein Kurs über Fahrradtechnik statt, der sich ausschließlich an Frauen wendet. ADFC–Technikwart Gerd Buchner vermittelt Kenntnisse in Fahrradpflege, Wartungs– und Einstellarbeiten.
1994
Rosenstraße ohne Radweg. Die Erweiterung des Radverkehrsachse nach Ratingen Ost wird Anfang des Jahres jäh gebremst. Der Bau eines Radwegs, wie vom ADFC befürwortet, wird im Verkehrsausschuß (knapp) abgelehnt. Statt dessen sollen Tempo–30–Schilder den Radlern helfen, die allerdings bis heute nicht aufgestellt wurden.
Nach Lintorf auf Umwegen. Die Lintorfer Straße, die direkte Verbindung zum nördlichen Stadtteil, seit es Fahrräder gibt, wird gekappt. Da am Blyth–Valley–Ring eine Autobrücke (mit Radweg) über die Kalkbahn gebaut wurde, macht die Stadtverwaltung im Sommer 1993 den Bahnübergang an dieser Stelle unüberwindbar. Alle Bürgerproteste stoßen auf taube Ohren.
1995
Hochstraße geöffnet. Im Radverkehrsnetz der Stadt wird eine klaffende Lücke geschlossen: nach dem Umbau der Hochstraße kann der Radverkehr jetzt in beiden Richtungen fließen. Für Autos bleibt die Hochstraße Einbahnstraße.
Fahrradstation am Ostbahnhof. Im März wird die Fahrradstation am S–Bahnhof Ratingen–Ost eröffnet. Unter Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) finden Arbeitskräfte aus dem Programm „Arbeit statt Sozialhilfe“ eine nützliche Beschäftigung. Angeboten werden Servicearbeiten, Fahrradbewachung und Fahrradverleih. mehr...
1996
„Stadt tut nichts mehr“. Mit diesem Appell wendet sich der ADFC an die Spitze der Stadtverwaltung und an die im Rat vertretenen Parteien und lädt zu einem Gespräch ein. Alle bekunden guten Willen und klagen ein wenig über fehlendes Geld. Das ändert aber nicht daran, dass die Zeit weitblickender Konzepte für den Radverkehr in Ratingen Vergangenheit ist. mehr...
Winterdienst. Nach einigen ordentlichen Wintern hintereinander nimmt der ADFC Kontakt mit dem Stadtdirektor auf und weist auf das Problem der durch Schnee unbefahrbaren Radwege in der Stadt hin. Stadtdirektor Fischer sagt zu, die Radwege in den Winterdienst einzubeziehen.
1997
Fahrradcodierung. Die Fahrradstation am Ostbahnhof erwirbt eine Fahrrad–Codiermaschine und führt gemeinsam mit dem ADFC auf dem Marktplatz erste Codieraktionen durch. Mit der entsprechenden Nummer am Rahmen ist das Rad für einen Dieb nur noch von geringem Wert. mehr...
Verkehrsicherheitstage. „Sicher unterwegs in NRW“ – unter diesem Motto finden landesweit Tausende von Aktionen statt, die Unfällen im Straßenverkehr vorbeugen sollen. Der ADFC Ratingen beteiligt sich unter anderem mit Bremstest, Fahrrad–Codierung und einem Fahrrad–TÜV.
Ein Apfelbaum zum 70. Edith Feltgen, die Vorsitzende der Ortsgruppe, feiert ihren 70. Geburtstag und wirbt für eine große Apfelbaum–Pflanzaktion. Auch der ADFC buddelt ein Bäumchen ein.
1998
Weniger Radwege. Mit der Änderung der Straßenverkehrsordnung ergeben sich neue Möglichkeiten für die Verkehrsplaner. In Ratingen werden erste Veränderungen vorgenommen: bei unzureichenden Radwegen besteht keine Benutzungspflicht mehr und einige Einbahnstraßen werden in Gegenrichtung für Radler freigegeben. mehr...
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