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Rad geklaut – die Horrorvorstellung jedes redlichen Radlers. Die beste Sicherungsmethode, das Anschließen mit einem soliden Schloss, bietet gerade für teure Räder keinen 100-prozentigen Schutz. Als Ergänzung bewährt sich in vielen Städten inzwischen die "Fahrradcodierung". Mittels einer Graviermaschine wird am Rahmen (oberes Sattelrohr) eine Codenummer eingeprägt, die bundesweit den wahren Besitzer verrät. Die Prägung wird abschließend mit einer Folie überklebt, die die Nummer wie in einem Fenster zeigt.
Dies vermindert den Wert des Diebesguts drastisch, denn mit faulen Ausreden kann der Raddieb nicht mehr kommen. Bei der „Ermittlungsgruppe Fahrrad“ in Bergisch Gladbach, der Erfinderin der neuen Methode, wird seit 1993 markiert. Die Diebstähle gingen binnen eines Jahres um 20 % zurück, und die Aufklärungsquote stiegt um ein Drittel.
Ab April wird endlich auch in Ratingen codiert. Die Fahrradstation am Ostbahnhof hat sich eine entsprechende Maschine angeschafft und bietet, in Zusammenarbeit mit den Beamten der Polizeinspektion Ratingen, ihren Dienst gegen eine Gebühr von 10 DM (ADFC–Mitglieder 5 DM) an. Es soll in der Fahrradstation, aber auch öffentlich wirksam auf dem Marktplatz codiert werden: am 1. Mai und am 27. Juni.
Der Code, eine Buchstaben–Zahlen-Kombination, enthält die persönlichen Daten des Besitzers. So kann ein Rad ohne Aufwand sofort zugeordnet werden. Wer die Nummer tilgt, z.B. durch Ausschleifen, hinterlässt unübersehbare verräterische Spuren.
Die Fahrradstation will die Codierung unbürokratisch durchführen: Der Personalausweis muß vorgelegt werden, bei neueren Rädern sollte man die Kaufquittung mitbringen, und man muss eine Einverständniserklärung unterschreiben. Das Codieren selbst dauert nur wenige Minuten.
Der ADFC unterstützt diese Aktion und hofft auf eine rege Beteiligung. Stadtdirektor Reinhard Fischer ("Eine gute Aktion!") hat in einem Schreiben die MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung gebeten, sich mit ihrem Rad an der Codierung zu beteiligen.
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