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Von Joachim Gremm
Ratingens RadfahrerInnen haben allen Grund zur Klage: Es tut sich nichts mehr! Stadtverwaltung und Mehrheitsparteien lassen den Radverkehr links liegen. Für diesen Vorwurf gibt es stichhaltige Argumente.
Weichenstellung liegt Jahre zurück
Die politische Weichenstellung für alle größeren Radvorhaben liegt Jahre zurück. Damals herrschten Schwung und Initiative. Auf der soliden Grundlage einer Radverkehrserhebung wurde eine langfristige Planung erstellt mit dem Ziel, die Stadt mit einem sicheren und lückenfreien Radverkehrsnetz zu versehen.
Die Radwege entlang des Hauser Rings und der Mülheimer Straße, die Einrichtung einer Fahrradstraße in der Kirchgasse, die Freigabe eines Teils der Fußgängerzone für den Radverkehr, die Absenkung von Bordsteinkanten , die Radstreifen in der Bechemer und der Hans-Böckler-Straße, die großzüge Errichtung stabiler Fahrradständer am Rand der Fußgängerzone und vor öffentlichen Gebäuden.
Diese Aufzählung ließe sich fortführen. Schritt für Schritt haben sich so Sicherheit und Bewegungsmöglichkeiten der radfahrende Menschen erhöht mit der erhofften Folge, daß der Radverkehr in Ratingen erheblich angewachsen ist.
Nicht am Geld allein
Am Geld allein kann es nicht liegen! Niemand verlangt, daß zu einer Zeit knapper Kassen für den Radverkehr Extrawürste in Form aufwendiger Baumaßnahmen verteilt werden. Wie die Bechermer Straße zeigt, sind preiswerte Lösungen in Form einer Markierung oft effektiver als die Errichtung teurer Radwege.
Doch auch in dieser Beziehung herrscht Flaute. Vor einem Jahr schrieb Heike Finger, die Fahrradbeauftragte der Stadt, auf dieser Seite des Radmagazins: ,,Da sich die Fahrradstraße Kirchgasse bewährt hat, wird Anfang '95 in Verlängerung der Kirchgasse auch die Grütstraße als Fahrradstraße eingerichtet.“ Toll! Diese wäre eine Lösung in unserem Sinne: ein dringend notwendiger Lückenschluß mit einem Minimum an Kosten. Nur, bis heute blieb diese Ankündigung folgenlos!
Ins Gespräch kommen
Wo liegen die eigentlichen Gründe für das beschriebene Dilemma: Gedankenlosigkeit, Ideenarmut, böse Absicht? Tatsache ist: Die Kommunikation zwischen ADFC und Stadtverwaltung, die früher hervorragend funktionierte, ist versiegt. Und auch der Draht zu den Verkehrsexperten der politischen Parteien ist dünner geworden.
Wir vom ADFC wollen versuchen, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Zu unserem Stammtisch im Mai werden wir Vertreter der Stadtverwaltung und der Ratsparteien einladen. Mit ihnen wollen wir diskutieren, wo der Schuh drückt.
Montag, 20. Mai, 20.00 Uhr, im ,,Dumeklemmer“ .
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